Die Eingabe einer Domain (Internet Adresse) ist stets der Anfang eines Webseitenbesuchs. In diesem Beitrag wird sich mit dieser Thematik befasst.
Wer im Internet präsent sein möchte, muss sich für einen Domain-Namen entscheiden. Die Entscheidungsmerkmale sind unterschiedlich im Hinblick darauf, unter welchem Zweck die Webseite unter ihrem Namen geführt wird. Bei einer Domain für die Familienwebseite sollte der Familien-Name geführt werden. Der Familien-Name ist die Basis und Einheit zur Präsentation. Domains für Geschäftsseiten werden häufig mit dem Geschäftsnamen versehen, mit einem Schlüsselname oder der Rechtsform ergänzt oder abgekürzt (z.B. mustermann-gmbh.de/mmgmbh.de). Grundmerkmale bei der Auswahl sind leichte Buchstabierbarkeit, Aussprechbarkeit, Vermeidung von Ähnlichkeit zur Konkurrenz und ein Erinnerungswert.
Wie ist eine Domain aufgebaut?
Die Domain selbst, z.B. www.homepage.com, ist in 3 Grundbereiche aufgebaut. dem Third-Level (Sublevel "www."), dem Second-Level ("homepage") und dem Top-Level (".com"). Die Top-Level-Domain (kurz TLD) ist die eigentliche Domainendung. Diese kann länderspezifisch (*.de-> Deutschland, *.fr-> Frankreich.de, *.ca-> Kanada ...) oder zweckbezogen bzw. generisch (*.com-> kommerziell, *.info-> Information, oder weiter deutend *.shop, *.club ...) sein.
Ist die auf einen Namen registrierte Domain mein Eigentum?
Genaugenommen ist eine auf einen individuellen Namen registrierte Internet-Domain lediglich ein Nutzungsrecht. Es handelt sich bei einer Internet-Domain nicht um ein physisches Gut. Es gibt weder eine Besitzurkunde noch direkten Eigentumsnachweis. Trotz individueller Namenswahl, bleibt der Eigentümer in der Regel die Registrierungs- und Vergabestelle. Der Registrierende wird zum Domain-Inhaber als auch -Besitzer. In der Bundesrepublik Deutschland ist die DENIC (Deutsches Network Information Center, Frankfurt a.M.) die zuständige Vergabestelle als auch zentrale Registrierungsstelle für *.de Domains.
Sollte der Domain-Inhaber nicht seine Jahresgebühr für die Domain entrichten, kann der Besitz von der verwaltenden Stelle jederzeit eingeschränkt oder auf Dauer sogar aufgehoben werden. Eine Domainregistrierung bleibt somit vergleichbar mit einem aufgenommenen Mietverhältnis.
Tipps für die Wahl des richtigen Domainnamens
Einen guten Namen zu finden ist nicht leicht, da der endgültige Domain-Name zusätzlich mit Nachhaltigkeit versehen ist! Wurde ein Name gewählt und eingerichtet, die Website in Suchmaschinen indexiert, lässt diser sich nur spärlich wieder ändern. Zumal er bereits schon weitergegeben wurde. Die Entscheidung sollte daher gut durchdacht sein.
» Kurze und prägnante Betitelung
Der Domainname sollte kurz und bündig sein. Im Bestfall bestehend aus 2-3 Silben. Lange Namen sind lange zu tippen, ein Eingabefehler dabei bleibt häufig erstmal unentdeckt. Die schnelle Aussprechbarkeit und der Erinnerungswert sind hier förderlich. Unternehmen kürzen daher gerne Ihre langen Namen systematisch ab. Ob dies in einzelnen Buchstaben oder Silben geschieht, entscheidet man selbst oder die freie Verfügbarkeit der Domain.
So würde die fiktive "Erste Allgemeine Bohrmaschinen-Gesellschaft mit beschränkter Haftung" dem Second-Level-Domain-Namen "eab", "eabgmbh" oder "eab-gmbh" bevorzugen.
» Unverwechselbar mit anderen gefragten Seiten
Es ist nicht vorteilhaft, seinen "Marktplatz für gelbe Socken" die Web-Adresse ebai.de zu geben. Die Assoziation zum Handelsplatz-Marktführer wirkt hier eher billig und täuschend. Häufig werden auch falsch geschriebene Webadressen erfolgreicher Internetplattformen bewusst registriert und verwendet, um eben diesen Eingabefehler auszunutzen und die Interessenten auf das "falsche" Angebot zu locken sowie Traffic für das eigene Webprojekt zu generieren. Dieses Tun ist allerdings mit keiner positiven Reputation behaftet und sollte tunlichst vermieden werden. Seriös wirkende Internetpräsenzen bieten eine höhere Erfolgsquote; dies fängt bei der Wahl des Domain-Namens an.
» Schlüsselwort-Domainname
Der Handels- oder Dienstleistungszweck Ihrer Plattform bestimmt hier das Schlüsselwort. Sind Sie IT-Berater Peter Mertens, könnte "IT-Mertens.de" oder -.com eine gute Option sein für eine Internetpräsenz. In Verbindung mit Ihrem Namen steht in diesem Beispiel auch ein Schlüsselwort (Key word) mit zusätzlicher Kennung und Erinnerungswert zur Verfügung.
» *.com, *.net, *.org, *.info oder gar *.shop?
Zu exotische Domainendungen wie *.shop oder *.biz machen auf den ersten Blick einen guten Eindruck und sind zusätzliche Namenskennzeichnungen. Letztendlich verzeichnen diese sich aber nicht als erfolgreicher. Wirken eher neutral und keinem geographischen Raum zugeordnet. Letztendlich die Frage des Einsatzes der Webpräsenz.
Planen Sie eine internationale Informations- und Interessengemeinschaft für künstliche Intelligenz, ist "KITECH.INFO" mit Sicherheit eine gute Option. Auch, weil diese gleich 3 Schlüsselelemente (KI, Technik, Information) im Namen hat, dazu äußerst kurz ist und eine Gebietszuordnung unnötig erscheint.
Mit einer Socken-Reparatur-Dienstleistung in Deutschland könnten man hier mit "Sockenfix.de" den Eintrittsnamen zum Business verwirklichen. "Sockenfix.com" wäre eine zweite Alternative dazu, allerdings wenig gebietsbezogen. *.org, *.biz oder *.net wirken dagegen eher abwendend.
» Zahlen und Sonderzeichen
Für gewerbliche Zwecke sollte man -wenn möglich- auf Trennzeichen und Zahlen sowie Sonderzeichen verzichten. Außer, es ist Bestandteil des Namens! Eigentlich erschweren diese das zügige Schreiben, ziehen in die Länge, wirken optisch wirr. Es gibt natürlich Ausnahmefälle, bei denen die Merkfähigkeit sogar steigt und diese Zeichen Bestandteile der Corporate Identety sind. So ist "1und1.de" die bekannte Hauptadresse der gleichnamigen Telekommunikationsgesellschaft 1&1 AG in Deutschland. Unter "rpr1.de" wird man auch immer bei der Sendeanstalt RPR EINS in Deutschland landen. Der oben erwähnte fiktive IT Spezialist, Peter Mertens, hat mit dem Bindestrich einen Erinnerungseffekt, wenn es um IT geht, während "Peter-Mertens-IT.de" eher kompliziert, langgezogen und unvorteilhaft ist. Der Einsatz dieser Zeichen sollte also wohl bedacht sein.
» Schutzrechte prüfen
Im Internet finden sie zahlreiche Plattformen zum Recherchieren von geschützten Marken, Patent oder Gebrauchsmuster. Zur Ersteinschätzung bietet sich auch eine einfache Googlesuche an. Ihren Getränkehandel unter "coca-cola.shop" anzubieten wird Ihnen vermutlich Ärger mit der Rechtsabteilung eines namhaften Konzerns einbringen.
» Domain-Namen erwerben
Der Webhoster Ihres Vertrauens macht es Ihnen heute leicht, einen Domain-Namen zu erwerben und mit dem restlichen Webpaket, was auch Emails und Speicherplatz beinhaltet, zu buchen. Ist ihr Wunschname schon vergeben oder es fällt Ihnen kein geeigneter Adressname ein, verzweifeln Sie nicht gleich! Manche Anbieter geben automatisiert Vorschläge an, welche ähnlichen Domain-Namen noch zur Verfügung stehen. Sie können sich ebenso bei zahlreichen Quellen informieren, welche Domains bzw Namen beliebt und gängig sind.
Es gibt zahlreiche und ergiebige Marktplätze für Domain-Namen. Hier können sie sich bereits vorhandene (bereits registrierte) Adressen ansehen, die dem Markt (auch Ihnen) dennoch zur Verfügung stehen. Diese Adressnamen wurden bereits vergeben, können von Ihrem Webanbieter also nicht mehr vergeben werden. In diesem Marktplätzen befinden sich nicht nur gute und kreative Namensbezeichnungen, sondern auch Suchfunktionen nach Kategorien und Branchen. Eine Recherche hier kann ihrer Kreativität nicht Schaden. Gefällt Ihnen einer dieser Domain-Vorschläge, können Sie diese gleich vom aktuellen Besitzer erwerben. Häufig schon zu einem fairen Preis. Lassen Sie sich von den gelegentlich hohen Preisangaben nicht abhalten, treten Sie kostenlos mit dem Verkäufer in Kontakt und machen Sie ihm Ihr Angebot.
Solche Marktplätze sind u.a. SEDO: Marktplatz für Domains | Afternic: Marktplatz für Domainhandel | GoDaddy:Domain-Auktionen. Zuletzt genannter ist nach eigenen Angaben der größte Domain-Anbieter und -Verwalter der Welt. Natürlich hat auch eBay als große und diversivizierte Handelsplattform der Welt eine solche Sparte. Sie haben auch hier genug Auswahl, sollte Ihr "perfekter" Domainname nicht unregistriert bzw. noch frei sein. Sollten Sie über einen dieser Marktplätze eine Domain erwerben, bekommen Sie den Authentifizierungscode (AuthCode) nach der Kaufabwicklung vom Anbieter zugsandt. Diesen können Sie dann über die entsprechende Übernahme-Option Ihres Webhosters eingeben ("Mit Domain umziehen" oder "KK-Antrag") und schon sind Sie der neue Besitzer. Mit dem heutigen Stand der Technik ist dies eine Sache von wenigen Stunden.
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Quellen
Krause, Jörg: E-Commerce und Online Marketing - Chancen, Risiken und Strategien, 2. Auflage. Hanser, 2000.
Deges, Frank: Quick Guide Domainmanagement - Wie Sie optimale Domainnamen finden und effektiv nutzen, Springer, 2020.
Rechergen auf sedo-com, afternic.com, godaddy.com
